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BITKOM zur Schließung des Handy-Werks in Bochum

Letzter Hersteller von Mobiltelefonen verlässt Deutschland
Standortbedingungen für die Industrieproduktion müssen verbessert werden 
Die Zukunft im TK-Sektor gehört Mobilfunk- und Breitbanddiensten


Statement von BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer zur Schließung des Handy-Werks von Nokia in Bochum:

"Bereits im vergangenen Jahr haben zwei bedeutende Handyproduzenten die Geräteherstellung in Deutschland beendet. Es ist bedauerlich, dass mit Nokia nun auch der weltweit führende Handy-Hersteller seine deutsche Produktionsstätte schließt. Damit ist die Handy-Produktion in Deutschland so gut wie tot.

Handys sind inzwischen Massenprodukte mit schmaler Marge. Bei den Produktions­kosten kommt es daher auf jeden Cent an. Der Exodus in der Geräteherstellung wird weitergehen, wenn die Politik nicht konsequent daran arbeitet, die Standortbedingungen zu verbessern. Dazu zählen ein flexibles Arbeitsrecht und ein modernes Bildungssystem, das den Unternehmen eine ausreichende Zahl sehr gut ausgebildeter Fachkräfte zur Verfügung stellt. Die Tarifpartner fordere ich zu maßvollen Lohnabschlüssen auf. Dann kann es gelingen, zumindest die noch vorhandenen Produktionsstandorte für Infrastruktursysteme der Telekommunikation zu halten und Deutschland für international tätige Konzerne der Kommunikationstechnik wieder interessanter zu machen. Insbesondere im Bereich der Herstellung von Telekommunikationsnetzen hat Deut­schland weiterhin viel Substanz und eine gute Ausgangsbasis. Großes Potenzial haben zudem Dienstleistungen rund um den Aufbau und Betrieb von Netzen für Mobilfunk und Breitband."

 

Hintergrund:

Nach Angaben des BITKOM arbeiten derzeit rund 57.500 Beschäftigte in der Herstellung von Kommunikationstechnik. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch rund 80.000.

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 36,5 Millionen Handys verkauft. Das entspricht einem Plus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2008 erwartet der BITKOM ein Plus von 2 Prozent auf 37,2 Millionen Stück.